Typische Symptome einer Blasensenkung

Betroffene Frauen beschreiben bei einer Blasensenkung oft ein Druckgefühl nach unten oder ein Fremdkörpergefühl. Nicht selten können Frauen den Vorfall der Blase selbst in der Scheide ertasten.

Der Mediziner bezeichnet dieses Vortreten der Blase durch die Scheide bis hin zum Blasenvorfall als Zystozele. Je nach Ausprägung erfolgt die Einteilung in Grad I bis III. Der Arzt/ die Ärztin wird sie dazu bei der Untersuchung auffordern zu pressen und außerdem in der Scheide tasten. Wie beim jährlichen Krebsabstrich (PAP-Abstrich) aus der Scheide nimmt er sich dazu ein sogenanntes Spekulum - eine Art Metallspatel - zur Hilfe. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft, allenfalls etwas unangenehm. Wichtig ist, dass Sie versuchen sich während der Untersuchung so gut es geht zu entspannen.

Belastungsinkontinenz

Besonders unangenehm empfinden es die Patienten sobald Blasenbeschwerden hinzukommen. Es kommt zu ungewollten Urinabgang, besonders beim Lachen, Husten oder Niesen oder aber auch beim Aufstehen, Treppensteigen, Gehen und beim Tragen schwerer Lasten. Dies wird als sogenannte Belastungsinkontinenz bezeichnet. Um die verlorene Urinmenge genau beurteilen zu können werden sie von Ihrem Arzt aufgefordert werden, ein sogenanntes Miktionstagebuch (Miktion = Wasserlassen) für 1-2 Tage zu führen. Er wird ihnen vorab genau erklären, wie das abläuft.

Läuft der Urin nicht mehr gut ab, sind häufige Blasenentzündungen die Folge.

Typisch ist auch der häufige Harndrang bei gleichzeitig geringen Urinmengen. Ist dagegen die Blasensenkung sehr stark ausgeprägt, kann es passieren, dass die Harnröhre abknickt und es zum Harnverhalt kommt.

Wie bei einem abgeknickten Strohhalm kann dann der Urin nicht mehr ablaufen. Läuft der Urin nicht mehr oder nicht mehr ausreichend gut ab, so können sich vermehrt Keime in der Blase ansiedeln. Häufige, immer wiederkehrende Blasenentzündungen sind die Folge.


Eine Blasensenkung bedeutet nicht zwingend eine unzureichende Blasenentleerung. Gerade in frühen Stadien kann die Blasenentleerung noch vollkommen normal sein. Der Arzt/ die Ärztin überprüft dies durch eine Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie). Dazu müssen Sie einfach beim Urologen eine spezielle Toilette benutzen, welche die Urinmenge, die Stärke des Strahls, sowie die Dauer des Wasserlassens misst. Nach dem Toilettenbesuch folgt noch ein Ultraschall von der Blase um zu überprüfen, ob und wie viel Urin in der Blase verblieben ist.

Daneben können Blut im Urin oder auch Ausfluss durch eine Senkung bedingt sein. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Kreuzschmerzen auftreten können Symptome einer Blasensenkung sein.