Therapiemöglichkeiten bei einer Blasensenkung

Wichtig ist, dass eine Blasensenkung frühzeitig erkannt wird. Nicht immer ist zwingend eine Operation erforderlich.

Risikofaktoren eliminieren

Zunächst einmal gilt es Risikofaktoren zu verringern oder gar ganz auszuschalten. Dazu gehört unter anderem das Meiden von schwerer körperlicher Arbeit, sowie die Gewichtsreduktion bei Übergewicht.

Eine gesunde Verdauung ist wichtig

Sollten Sie häufig unter Verstopfung (Obstipation) leiden, dann ist es wichtig den Stuhlgang zu regulieren. Denn übermäßiges Pressen beim Stuhlgang fördert ebenso eine Blasensenkung. Ballaststoffreiche Kost (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte), Joghurt und ganz besonders reichlich Flüssigkeit fördern eine gesunde Verdauung. Bevor Sie Medikamente einnehmen, sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem Arzt oder einem Apotheker. Viele Medikamente, auch wenn Sie in der Werbung als harmlos angepriesen werden, können den Darm nachhaltig schädigen.

Beckenbodentraining

Muskelschwäche wird durch Training behandelt. Deshalb gilt auch bei der Beckenbodenschwäche: Trainieren, trainieren, trainieren. Der Beckenboden ist eine Muskelplatte, die durch gezieltes Training in Form von Beckenbodengymnastik und Beckenbodentraining gestärkt und gestrafft wird. Sie dient sowohl der Vorbeugung als auch der Therapie einer durch Beckenbodenschwäche bedingten Harninkontinenz.



Beckenbodentraining zur Vorbeugung
und Therapie bei Blasensenkungen
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Sie sollten sich die Übungen von einem Fachmann/einer Fachfrau beibringen lassen.

Ihr Arzt wird Ihnen dazu ein Rezept ausstellen und hat bestimmt auch Empfehlungen für einen guten Physiotherapeuten/eine gute Physiotherapeutin. Mit einer Verbesserung Ihrer Probleme können Sie allerdings erst nach einiger Zeit rechnen und auch nur, wenn sie die Übungen auch selbstständig, kontinuierlich und konsequent weiter durchführen. Sobald Sie damit aufhören, verliert der Beckenboden wieder an Muskelkraft.


Hormonmangel ausgleichen

Die Schwäche des Beckenbodens wird auch bedingt durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren und dem damit verbundenen Abfall der weiblichen Hormone. Deshalb können Hormoncremes oder hormonhaltige Vaginalzäpfchen/ -tabletten dem entgegenwirken. Diese Hormonpräparate können Sie sich von Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin verordnen lassen, sofern Sie nicht an Brustkrebs erkrankt sind oder waren.

Pessartherapie

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Anwendung eines sogenannten Pessars. Dabei handelt es sich um einen Silikonring oder - würfel, der in die Scheide eingelegt wird und die gesenkte Blase wieder nach oben hebt. Der Pessar gilt allerdings nicht als Dauertherapie, da er alle 4-6 Wochen (Würfelpessar sogar täglich) zur Reinigung gewechselt werden muss.




Die Operation als letzter Schritt

Wenn alle oben genannten Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft und erfolglos geblieben sind oder die Blasensenkung bereits sehr ausgeprägt (Blasenvorfall) ist, bleibt noch die Möglichkeit einer Operation. In aller Regel wird eine sogenannte Scheidenplastik (Kolporrhaphie) durchgeführt. Dabei wird die vorgetretene Blase zurückgeschoben, die Beckenbodenmuskulatur und das Bindegewebe zwischen Blase und Scheide gerafft.

Tritt neben der Blasensenkung noch eine Senkung von Gebärmutter und Scheide auf, so wird die operative Entfernung der Gebärmutter und eine Scheidenraffung empfohlen. Neuere Verfahren arbeiten mit dem Einsatz von Netzen (TVM-Verfahren).

Ihr Arzt wird mit Ihnen die für Sie persönlich geeignetste Methode erarbeiten und besprechen, sowie den genauen Ablauf einer möglichen Operation erklären. Wichtig ist, dass eine operative Behebung der Blasensenkung nicht automatisch eine Besserung der Inkontinenz bedeuten muss.